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Warum gibt es das Feindbild Iran?
Die Hintergründe des Konfliktes mit dem Westen über das Recht des Iran auf Urananreicherung. Zur Veranstaltung mit C. Ronnefeldt am 23.2.2010 in Duisburg.
Die Veranstaltung war mit über 50 Teilnehmern sehr gut besucht. Clemens Ronnefeldt hat einen sehr guten Überblick über Geschichte und Gegenwart der Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten gegeben, sowie über die Auseinandersetzungen in jüngster Zeit. In der Diskussion waren sich eigentlich alle Teilnehmer einig, dass man sich der Kriegstreiberei der USA und insbesondere hier der deutschen Regierung deutlich und klar entgegen stellen muss. Nach Einschätzung des Referenten wird es leider zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und dem Westen unter der Führung der USA kommen, trotz einiger Angebote aus Teheran in Bezug auf die Anreicherung des Urans im Ausland. Aktuell arbeiten am schärfsten Tel Aviv, Berlin, London und Paris an der ideologischen Kriegsführung.
Er wies gleichzeitig darauf hin, dass trotz oftmaliger Wiederholung Ahmadinejad eben nicht zur Vernichtung Israels aufgerufen habe, sondern das er gesagt hatte, das das Regime in Jerusalem von den Seiten der Geschichte verschwinden werde, wie die z.B. Sowjetunion. Er ging sehr detailliert auf die innere Machtstruktur ein, und sparte auch nicht an deutlicher Kritik an der Menschenrechtssituation im Lande. Dies ging einigen wenigen iranischen Teilnehmern der Veranstaltung nicht weit genug. Sie forderten eine Diskussion ausschließlich über die Menschenrechtssituation, während sie gleichzeitig die Gefahr eines Krieges völlig verneinten. Clemens Ronnefeldt sparte nicht, wie schon erwähnt, an klaren Aussagen zur Menschenrechtslage. Das Plenum der versammelten Teilnehmerinnen und Teilnehmer war sich allerdings einig, das angesichts der Kriegspropaganda hier (Bildzeitung vom 18.2.2010: Nun ist des offiziell: Der Iran baut an Atomsprengköpfen, will die Welt mit Massenmord bedrohen!) es mehr als gefährlich sei die Menschenrechtslage zu thematisieren, ohne die Kriegsgefahr zu Kenntnis zu nehmen.
Eine Teilnehmerin wies vielmehr darauf hin, dass sie die aktuelle Lage in Bezug auf den Iran doch sehr an die Situation vor dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak erinnere. Die besagten Teilnehmer wollten oder konnten sich der Diskussion nicht mehr stellen, da sie die Veranstaltung frühzeitig verließen.
Wir wünschen uns noch viele solcher Veranstaltungen, die einen wichtigen Beitrag gegen die Kriegstreiber im Allgemeinen darstellen, wie auch aktuell und konkret sich gegen die Feindbildproduktion Iran richten. Darüber hinaus danken wir C. Ronnefeldt, der über ein großes Detailwissen verfügt, als auch in der Lage ist, die innere Struktur des Regimes in Teheran wie auch die Interessen und Ziele der USA, der Europäer und auch Israels zu beschreiben. Gerade die differenzierte Sicht auf den Iran, seine verschiedenen Akteure und Kräfte findet leider auf Veranstaltungen dieser Art äußerst selten statt.
Duisburger Netzwerk gegen Rechts
25.2.2010
Zu aktuellen Kriegstreiberkampagnen:
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/02/18/iran-iaea-schlaegt-alarm-der-irre-diktator/mahmud-ahmadinedschad-baut-an-sprengkoepfen-fuer-atombombe.html
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/02/08/irrer-von-teheran/bombe/iran.html
Klarstellungen:
http://www.bildblog.de/16531/fakten-schaffen-mit-don-quijote
http://www.jungewelt.de/2010/02-22/index.php
http://www.neues-deutschland.de/artikel/161373.das-recht-auf-seiner-seite.html
Zum Referenten: http://blog.versoehnungsbund.de/
Veröffentlicht am:
20:54:39 26.02.2010 von HvS
Letzte Aktualisierung 20:54:39 26.02.2010
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