Sevim Dagdelen: Die Angst vor dem Islam wird politisch gezielt
geschürt


1473 / 30. November 2009
Pressemitteilung von Sevim Dagdelen

Die Angst vor dem Islam wird politisch gezielt geschürt

"Die Stammtischparolen haben gesiegt. Die rechtskonservativen Parteien in
der Schweiz, die gegen die Musliminnen und Muslime mobil gemacht haben,
wurden gehört. Diese Stimmungsmache und Hetze sind aber auch in Deutschland
erfolgreich , weil die demokratischen Institutionen das Spiel nicht nur
mitmachen, sondern maßgeblich bestimmen", erklärt Sevim Dagdelen anlässlich
der Äußerungen des Vorsitzenden des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang
Bosbach, zum Volksentscheid in der Schweiz, wo eine klare Mehrheit gegen den
Bau von Minaretten stimmten. Die migrationspolitische Sprecherin der
Fraktion DIE LINKE weiter:

"CDU-Innenexperte Bosbach meint auch in Deutschland eine zunehmende Angst
vor Islamisierung erkannt zu haben. Kein Wunder. Trägt er und insbesondere
die CDU/CSU zum ,Feindbild Islam' und zur Verbreitung in der so genannten
Mitte der Gesellschaft bei und instrumentalisiert die Integrationsdebatten
durch das populistische Schüren von Vorurteilen. Erst jüngst widerlegte die
Bundesregierung in der Antwort auf eine Schriftliche Anfrage zur
Integrationskursteilnahme (BT-Drs. 16/14157) Bosbachs Lüge von der
Integrationsverweigerung.

Konservative Politiker und Politikerinnen polemisieren über Gewalt,
Kriminalität, Islamisierung und schüren Angst. Musliminnen und Muslime
kommen nur mit Negativthemen wie ,innere Sicherheit',
,Integrationsverweigerung' und ,Jugendkriminalität' vor und werden als
Wahlkampfthema missbraucht. Soziale und politische Konflikte werden zu einem Kampf der Kulturen und Religionen umgedeutet. Der Islam gilt als ursächlich für ,Integrationsdefizite' von Migrantinnen und Migranten, woraus die Forderung nach einem Zuwanderungsstopp bzw. nach ,Rückführung' abgeleitet wird. Dabei liegen die Konfliktlinien in unserer Gesellschaft nicht zwischen den Kulturen oder Religionen sondern zwischen arm und reich. Wir brauchen eine klare Abgrenzung gegenüber rassistischen Parolen, egal von wem sie stammen."

F.d.R. Beate Figgener


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Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
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11011 Berlin
Telefon +4930/227-52800
Telefax +4930/227-56801
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http://www.linksfraktion.de


Veröffentlicht am:
22:25:36 07.12.2009 von HvS

Letzte Aktualisierung
22:25:36 07.12.2009


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